m i m e d a n c e

                                "Nur wenn der Schauspieler darauf verzichtet, in Begleitung seines Körpers auf die Bühne zu
                                kommen, wird er darauf verzichten können, die Kunst des Körpers zu studieren!"
                                                                                                                                                   
Étienne Decroux 

                               
Mime steht hier für mime corporel dramatique nach Étienne Decroux, dem Begründer
                                des modernen Körpertheaters
(Definition hier) und
ist wie auch der Tanz ein spezieller Bereich  
                                
des Bewegungstheaters, bei dem der Körper das Instrument des Ausdrucks ist. 
                                Mime transferiert innere Bewegtheit nach außen.
                                Der Immobilität und Isolationsarbeit des Körpers bzw. einzelner Körperteile kommt dabei
                               
eine besondere Priorität zu.
                               
Innere Bewegtheit steht hier nicht nur für psychologische Vorgänge, sondern bezieht die 
                                Darstellung von Abstraktem, sonst nicht Sichtbarem mit ein. 
                                Der Begriff Mime verführt dazu, zu denken, hier sei Mimik gemeint. Aber in der
                                mime corporel als abstrahierende Darstellungweise ist die Mimik nicht entscheidend
.
                                
Umgangssprachlich werden darstellende KünstlerInnen als Mimen bezeichnet, abgeleitet von Mimesis (Def. 
                                     hier; nachahmen, abbilden), das jedoch die Mimen und Pantomimen nicht ausreichend beschreibt.

                                Der Tanz zeichnet sich vorrangig durch Bewegung für Bewegung aus, jedoch ...               
                               
"die Kunst des Mimen ist die Kunst der Haltung"  
Étienne Decroux

                                     
Nach Decroux ist also Immobilität als Spannungsfeld ein wichtiger Bestandteil der Mime.

                                D
ie Grenze zwischen Mime und Tanz ist fließend, aufgrund der Körperlichkeit des Spiels,
                                die beiden Genre immanent ist. 
                                Die Ansätze für Tänzerisches bei mimedance rekrutieren sich aus dem Ausdruckstanz,
                               
dessen Bewegungsvokabular individuell ist.
                                
                                Butoh(-tanz) hat den Ausdruckstanz als Grundlage und wurde ab den 1950er Jahren von
                                Tatsumi Hijikata entwickelt.
                               
                                Das Tanztheater, in den 1970er
Jahren von Pina Bausch und dem Tanztheater Wuppertal
                                in seiner heute bekannten Ausdrucksform  erarbeitet,
verbindet alle Theatermöglichkeiten, 
                                individuelle, körperliche und mediale Ausdrucksmittel zu einer Inszenierung.


                                Mimedance
 bezeichnet
eine bewegte, körperbetonte Darstellungsvariante, die sich offen hält
                                für alle Mittel des Theaters, je nach dem, was und ob überhaupt erzählt werden soll. 
                                Tänzerische Elemente erweitern die Möglichkeiten des Körperausdrucks, geben die Freiheit
                                zwischen den Ansätzen zu changieren und geben den Inszenierungen einen interdisziplinären 
                               
Charakter.
                               
                                Für das Publikum ist es jedoch unerheblich, wie Kritik oder Wissenschaft eine Inszenierung
                                einordnet, wenn diese die Zuschauer berührt, bewegt oder ihnen "unbegründet" gefällt.